
Praxismethoden
Wie schulen wir unseren Geist?
Im Netzwerk Achtsame Wirtschaft konzentrieren wir uns auf Meditationsmethoden, die leicht in wirtschaftliche Zusammenhänge übertragen werden können.
Wir konzentrieren uns daher auf die „reine Übung“ und lassen kulturelle oder religiöse Anmutungen soweit es geht weg. Dies tun wir nicht, weil wir solche Rituale nicht wertschätzen, sondern um unsere Anschlussfähigkeit an unser in der Regel nicht-buddhistisches Umfeld zu erhöhen.
Wir teilen, was auf geistiger Ebene wirkt. Uns geht es nicht um die Verbreitung buddhistischer Ideen, sondern um das Teilen bewährter Methoden der Geistesschulung, die durch regelmäßige Übung für sich selbst sprechen.

Achtsames Atmen
Möge ich kontinuierlichen Kontakt zu meinem Atem halten und Körper und Geist zusammenführen.



Wenn wir achtsam atmen, vereinigen sich Körper und Geist. Herz und Verstand, Denken und Fühlen finden wieder zueinander.
Wir kommen zur Ruhe und werden klarer.
Atemlosigkeit, Hetze und rastloses Denken führen uns und unser Umfeld in die Irre.
Achtsames Atmen aktiviert unsere Körperintelligenz und schenkt uns innere Weite.
Wir kehren zu uns selbst zurück, wir erkennen, was gerade jetzt passiert.
Der Atem ist eine kraftvolle Lebensenergie, mit der wir uns in jedem Augenblick und besonders in schwierigen Momenten verbinden können.
Wer achtsam atmet, lernt ohne Mühe zuzuhören, sich zu entspannen und in Kontakt mit einer natürlichen Freude am Leben zu kommen.
Wir kultivieren Impulsdistanz und lösen uns von Reaktivität und destruktiven Gewohnheiten.
In einem Vers heißt es: Atme und lächle – für dich und die Welt.
Was würde sich ändern, wenn wir in unseren Büros und an unseren Arbeitsplätzen diese einfache Methode üben würden?

Achtsamkeitsglocken
Möge ich immer wieder Innehalten und in die Gegenwart zurückkehren.



A-L-I ist eine Zauberformel für unseren Arbeitsalltag. Fühlen wir uns erschöpft, verdreht, müde, verspannt oder fangen unsere Gedanken an zu rasen, machen wir eine Mini-Pause.
A = Atmen
L = Lächeln
I = Innehalten
Drei Atemzüge reichen meist bereits aus, um uns neu zu zentrieren und innere Weite zu schaffen. A bringt Körper und Geist zusammen, L schenkt uns selbst liebevolle Zuwendung und befriedet den inneren Kritiker und Richter, I gibt uns einen Augenblick jenseits des Funktionierens, Erreichens und nährt das Gefühl innerlicher Freiheit in uns.
Wir können uns selbst regelmäßig an A-L-I erinnern, aber im Alltag vergessen wir das häufig und verlieren uns in unseren Aktivitäten.
Daher braucht es äußere Achtsamkeitsglocken, die uns ans Innehalten erinnern.
Eine ausgezeichnete Achtsamkeitsglocke kann unser Telefon sein. Statt unmittelbar zum Telefon zu greifen üben wir:
A = Atmen
L = Lächeln
I = Innehalten
Rote Ampeln, Wartezeiten, Kirchenglocken und Computerabstürze – alles kann uns erinnern, dreimal durchzuatmen. Wir kennen uns selbst am besten und können ein Sicherheitsnetz spannen, indem wir z. B. Innehaltepunkte an Handy, Laptop, Espressomaschine, Fernbedienung oder unsere Kreditkarte kleben. So können wir mit einem Lächeln eine andere Richtung einschlagen.
Was würde sich ändern, wenn wir A-L-I regelmäßig an unserem Arbeitsplatz und bei unseren Tätigkeiten praktizieren?
XXX Erfahrungsbericht von zwei NAW-Aktiven mit A-L-I (erschienen in Intersein 2/2016)

Arbeitsmeditation
Möge ich meine Arbeitsgewohnheiten tiefer verstehen und heilsam transformieren.



Selten geht es bei unserer Arbeit nur um die Arbeit selbst.
Wir fügen der anstehenden Tätigkeit jede Menge Extras hinzu. Dies kann Anspannung, Unzufriedenheit, Stress und Fehler erzeugen.
In der Arbeitsmeditation bleiben wir während der Tätigkeit in Kontakt mit unserem Atem. Wir halten regelmäßig inne und konzentrieren uns ganz auf die vor uns liegende Tätigkeit.
Wenn wir eine Sache mit ganzem Herzen tun, wenn wir uns vollständig sammeln, steigt ganz von allein Freude auf.
Es ist diese unbedingte Freude, die wir im Arbeitsalltag so häufig vermissen.
Wir nehmen alle Extras wahr und lächeln ihnen zu.
Wir sehen, wie sehr wir für die Qualität unserer Arbeit verantwortlich sind und dass uns auch scheinbar Unangenehmes Freude bereiten kann.
Wir spüren die Freude, die aus gemeinschaftlichem Tun erwächst und uns eine Alternative zu Konkurrenz und Wettbewerb schenkt.
Was würde sich ändern, wenn wir unsere Arbeit nicht durch Grübeln, Vergleichen, Spekulieren und Bewerten belasten, sondern uns voll auf die vor uns liegende Aufgabe konzentrieren?

Blumen wässern
Möge ich die heilsamen Qualitäten anderer sehen und ihnen gegenüber ausdrücken.



Oft sehen wir nur das Negative – an uns selbst und anderen.
Die Praxis des Blumenwässerns ist eine Übungsmethode, in welcher wir bewusst und selektiv die heilsamen Samen benennen, ausdrücken und würdigen. Hierbei bleiben wir bei ganz konkreten Erfahrungen. Wir können beispielsweise einer anderen Person sagen: "Als ich gestern angespannt und ärgerlich nach Hause kam und mich gleich bei dir über dies und das beschwert habe, bist du ruhig geblieben, hast mir einen Tee gemacht und mich lieb umarmt. Das hat mir sehr geholfen und ich habe in dir die Blumen der liebevollen Güte, des Mitgefühls und der Stabilität blühen sehen."
Die Praxis des Blumenwässerns kann in Beziehungen zu einem kraftvollen Ritual werden, in welchem wir ausdrücken, was an unserem Gegenüber alles "stimmt" und wunderbar ist. In einer Welt, die sich meist auf Fehler, Mängel, Unzulänglichkeiten konzentriert, setzen wir einen Kontrapunkt und erzählen uns gegenseitig was alles in Ordnung und schön ist.
Wenn wir dies regelmäßig tun, öffnen wir unseren Blick für das Schöne und helfen unserem Geist aus dem antrainierten Mängelmodus auszusteigen.
Lernen wir unsere eigenen Blumen und Qualitäten zu benennen und auszudrücken, kann dies ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstakzeptanz und Selbstliebe sein. Wir nehmen dem inneren Dauerkritiker das Schwert aus der Hand.
Im Mindful Business Commitment heißt es: "Möge ich meinen Unvollkommenheiten zulächeln." Wir wissen, wir sind mehr als unsere Unzulänglichkeiten und daran sollten wir uns gegenseitig immer wieder erinnern.

Edles Schweigen
Möge ich mich mit der inneren und äußeren Stille anfreunden.



Schweigen und Stille sind in unserer Kultur keine Selbstverständlichkeiten, sondern mit speziellen Situationen verbunden, peinliche Stille – betretenes Schweigen…
Viele Menschen spüren ein Unbehagen, wenn die Stille einzieht und schalten den Fernseher ein oder rufen jemanden an.
Wir können die Kraft und Schönheit der edlen Stille und des gemeinschaftlichen Schweigens wiederentdecken.
Meditationsseminare, in denen bestimmte Abschnitte in Schweigen verbracht werden, sind solche Gelegenheiten.
Wir erfahren die Kraft der Stille. Unser Geist kommt zur Ruhe.
Jenseits der Worte stellt sich meist auf natürliche Art und Weise eine tiefe Verbundenheit ein.
Wir sehen, dass es häufig unsere Gedanken und Worte sind, die uns trennen und erfahren eine andere Form der Kommunikation.
Wer freudig und friedvoll miteinander schweigen kann, der wird auch anders miteinander reden.
Wer einen Menschen achtsam jenseits der Worte wahrgenommen hat, wird in ihm leichter den wesensverwandten Bruder oder Schwester erkennen und diese Person nicht mit Meinungen, Positionen oder Äußerlichkeiten gleichsetzen.
In der Stille kehren wir zu uns selbst zurück. Aus der Stille zurückkehrend sind wir wacher für alles, was ist.
Was würde sich ändern, wenn wir Stillephasen in unseren Arbeitsalltag integrieren und unsere Gedanken zur Ruhe kommen lassen?

Essmeditation
Möge ich mir bewusst sein, was und wie ich esse und erkennen, wann es genug ist?



Essen ist eine fundamentale Voraussetzung für unser Leben und Überleben.
Doch in unserer Überflussgesellschaft haben viele von uns den Kontakt zur täglichen Nahrung verloren.
Wir essen und trinken Schädliches (Qualität des Essens).
Wir essen und trinken zu viel (Maß des Essens).
Wir essen und trinken, um uns zu belohnen oder abzulenken (Motivation des Essens).
Wir können während der Mahlzeit nicht abschalten, sondern beschäftigen uns weiter mit Projekten, Problemen und Sorgen (Geistiger Duft des Essens).
Essen wir achtsam und in Stille, kommen wir zu überraschenden Einsichten.
Unser Körper signalisiert uns klar und deutlich: „Es ist genug!“, nicht selten brauchen wir nur die Hälfte unserer normalen Portion und sind dennoch satt.
Wir erkennen, dass wir im Kühlschrank weder Glück noch Gemeinschaft finden können.
Wir gewinnen neue Genussfähigkeit und würdigen unser täglich Brot aufs Neue.
Was würde sich ändern, wenn wir nur zehn Minuten mit unseren Kollegen in Stille essen würden und dabei jeden Bissen bewusst wahrnehmen und genießen?

Fasten
Möge ich ein Bewusstsein dafür entwickeln, was ich wirklich brauche.



Fasten ist ein universeller Prozess, in dem wir freiwilligen und bewussten Verzicht auf „etwas“ für eine bestimmte Zeitspanne üben. Wir wählen ein Feld unseres Lebens aus, in welches wir frisches Licht bringen wollen oder in dem wir spüren, dass uns das rechte Maß verloren gegangen ist.
Bewährte Felder sind Nahrung, Alkohol, Süßigkeiten, Kaffee, Sex, Medien, Internet und Shoppen. Wir können uns in ausgewählten Feldern einen vollständigen Stopp verordnen oder uns Budgets auferlegen. So kommen wir in Kontakt mit unseren Gewohnheitsenergien und spüren, dass uns unser täglicher Konsum häufig nicht tief nährt, sondern einen Schleier der Unbewusstheit über unser Leben legt.
Fasten macht uns wach, es ist eine bewusste Entscheidung, sich von heilsamen Dingen und Nicht-Dingen nähren zu lassen und das eigene Leben und Konsumieren wach und interessiert zu betrachten.

Gehmeditation
Möge ich die kleinen Schritte in meinem Leben nicht verpassen und Einfluss auf ihre Qualität nehmen.



Jeder Schritt ist wertvoll.
Jeder Schritt gehört zu unserem Leben und kann unsere Freude und unser Glück nähren.
Genießen wir die kleinen Dinge in unserem Leben oder jagen wir einem fernen Glücksversprechen hinterher?
Wir haben gelernt, die Gegenwart für eine ungewisse Zukunft zu opfern: „Wenn ich erst Karriere, Erfolg, Vermögen oder dies und jenes habe, dann …“. Unsere Wirtschaft formuliert Glücksversprechen, die sie nicht einlösen kann.
In der Gehmeditation lernen wir, jeden Schritt bewusst zu setzen, lebendig zu werden und Einfluss auf die Qualität unserer Schritte zu nehmen.
Wir werden frei und diese Freiheit können wir auf immer mehr Bereiche unseres Lebens übertragen.
Die Qualität unserer Schritte ist die Qualität unseres Lebens.
Was würde sich ändern, wenn wir uns auf unserem Weg von einem Termin zum anderen entspannen könnten? In welchem Zustand würden wir dann an unserem Ziel ankommen?

Kalligraphien
Möge ich das Dharma mit Hilfe von tiefen Kontemplationen durchdringen.



Zen-Kalligraphien und Gathas – kurze Merksätze zur Kontemplation – bringen die buddhistische Lehre auf den Punkt und verdichten so das Dharma. Durch sie können wir den Geist, das Verstehen und die Verwirklichung ihres Erschaffers berühren.
Indem wir die Gathas mit offenem Geist betrachten, können wir ihre Essenz berühren und so die buddhistischen Weisheitslehren tiefer durchdringen und auf unsere aktuelle Situation beziehen.
Indem wir uns mit Kalligraphien und Gathas verbinden, können wir unseren Geist auf vielfältige Art und Weise positiv ausrichten, zum persönlichen Nutzen und zum Wohle aller, mit denen wir im Kontakt und Austausch stehen. Die Kalligraphien und Gathas des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh scheinen uns besonders für eine solche Kontemplation geeignet zu sein.
Gefällt uns eines dieser Kunstwerke besonders, können wir es ausdrucken und ausschneiden und an einen Ort unseres Zuhauses oder unserer Arbeit hängen, wo es uns immer wieder an seine Essenz erinnert und diese in unserem eigenen Leben stärkt.

Lächeln
Möge ich meinen Unvollkommenheiten zulächeln können.



Mit einem Lächeln auf den Lippen fällt uns alles leichter.
Lächeln wir uns selber zu, kultivieren wir einen liebevollen Umgang mit uns selbst und werden weniger streng, wenn es nicht rund läuft.
Lächeln wir anderen zu, verbinden wir uns mit ihnen und entspannen die gemeinsame Situation auf natürliche Art und Weise.
Wir können eine Wirtschaft schaffen, in der das entspannte Lächeln zur Grundhaltung gehört.
Ein solches Lächeln gilt es zu üben. Es entsteht in unserem eigenen Gesicht.
Bewusst ein Lächeln in unsere Arbeit einzuladen, kann unsere Arbeit sehr verändern.
Schenken wir uns und anderen ein Lächeln!
Ein Lächeln, das uns einlädt, über uns selbst zu lachen, uns nicht zu ernst zu nehmen.
Ein Lächeln, das unsere eigenen Fehler anerkennen kann.
Ein Lächeln, das in Kontakt mit unseren schwierigen Emotionen treten kann und ihnen Beachtung und Fürsorge signalisiert.
Lächeln wir so, verwandeln wir unsere Arbeit und unsere Beziehungen.
Wir parfümieren unsere Arbeit und beschenken so unsere Mitarbeiter, Kunden, Vorgesetzten und alle anderen, denen wir im Laufe eines Arbeitstages begegnen.
Was würde sich ändern, wenn wir uns selbst, unsere Kollegen, Mitarbeiter, Kunden und Vorgesetzten und alle anderen anlächeln?

Metta-Meditation
Mögen alle Wesen glücklich sein.



Metta ist die Fähigkeit zur liebevollen Güte – mit uns selbst und anderen.
Wir brauchen dringend Freundlichkeit und Fürsorge für uns selbst und für unser Umfeld.
Bevor wir uns mit anderen verbinden, müssen wir uns zunächst mit uns selbst verbinden.
Indem wir uns selber Gutes wünschen, können wir dieses Wohlwollen auch mit anderen teilen. Indem wir unsere eigenen Kränkungen und Aggressionen erkennen, müssen wir diese in anderen nicht bekämpfen.
Liebende Güte kann geübt werden.
Wie üben wir uns in liebender Güte?
Ein erprobtes Mittel ist die Meditation der liebevollen Güte (Metta-Meditation), in der wir positive Wünsche zunächst an uns selbst und dann in immer weiteren Kreisen an geschätzte Freunde und Familienmitglieder, an neutrale Personen und schließlich an schwierige Menschen oder gar Feinde senden.
Wir sammeln unseren Geist und sprechen innerlich: „Mögest du glücklich sein“, „Mögest du zufrieden sein“ und andere Formeln.
Regelmäßig Metta-Meditation zu üben, imprägniert unseren Geist mit Wohlwollen und wir strahlen auf unser Umfeld positive Gedanken und Wünsche aus.
Ein Unternehmen, in dem alle Mitarbeiter regelmäßig Metta-Meditation üben würden, hätte mit wesentlich weniger Missverständnissen, Konflikten oder Mobbing-Fällen zu kämpfen.
Gewissenhaft praktizierte Metta-Meditation kann wesentlich wirkungsvoller sein als teure Teamentwicklungsseminare oder Coaching-Sitzungen.
Was würde sich ändern, wenn wir uns und anderen jeden Tag alles Gute wünschen und weniger urteilen und verurteilen würden?

Sitzmeditation
Möge ich mir Raum zur Zähmung und Klärung meines Körerps und Geistes nehmen.



Einfach nur sitzen und den gegenwärtigen Augenblick klar wahrnehmen.
Das fällt vielen von uns schwer. Wir sind immer auf dem Sprung. Es gibt so viel zu tun.
Einfach nur sitzen? Macht das Sinn? Ist das nicht Weltflucht?
Die Sitzmeditation gilt nicht ohne Grund in vielen kontemplativen
Traditionen als Königsweg der Geistesschulung.
In der Sitzmeditation bringen wir den Körper in eine aufrechte, entspannte und stabile Position.
Indem wir den Körper „parken“, können wir die vielfältigen Bewegungen unseres Geistes klarer sehen. Erst beruhigen wir unseren Geist, dann schauen wir ihn uns genau an.
Wir sehen das Wechselspiel von Gedanken, Emotionen, Empfindungen und Wahrnehmungen. Wir erkennen die Vergänglichkeit aller Phänomene und gewinnen Schritt für Schritt Einsichten, wie wir als Menschen auf einer tieferen Ebene funktionieren.
Indem wir uns selber tiefer verstehen, verstehen wir auch andere besser.
Sitzmeditation ist eine der besten Investitionen, die wir in unserem Leben tätigen können.
Sie schenkt uns Einsichten, die vielfältige Konflikte, Probleme, Sorgen und falsche Ideen an der Wurzel auflösen können.
Was würde sich ändern, wenn wir an unseren Arbeitsplätzen Gelegenheit und Raum/Platz für stilles Sitzen hätten?

Tee-Zeremonie
Möge ich ein freudiges und verbindendes Fest mit einfachen Zutaten feiern können.



Die Tee-Zeremonie schenkt uns einen Rahmen, in dem wir uns tief begegnen können. Wir teilen Inspierendes aus unserem Leben oder Dinge die uns berührt haben. Die uns geholfen haben, die Welt und uns selbst tiefer zu verstehen oder uns im Alltag stärken.
Tee-Zeremonien sind der Ort, an dem wir Gedichte, Geschichten, Lieder, Erlebnisse oder Spiele miteinander teilen. Der Rahmen ist weit und die wichtigsten Zutaten sind unser gegenseitiges Wohlwollen, unsere wahre Präsenz und die Offenheit und Freude, einander zuzuhören.
Neben den Keksen und dem Tee, den wir in Konzentration und Achtsamkeit sind es diese geistigen Zutaten, die uns auf mühelose Art verbinden. Eine solche Tee-Zeremonie zu erleben kann unser Bewusstsein für Gemeinschaft verändern.
Wir sehen was möglich ist, wenn wir mit offenem Herzen zusammenkommen und unsere Freude und auch das Schmerzhafte in einem achtsamen Rahmen teilen. Tee-Zeremonien sind einfache Feste, die das Potenzial wahrer Gemeinschaft erfahrbar machen.

Tiefenentspannung
Möge ich lernen, Körper und Geist tief ruhen zu lassen.



Was unser Welt auf allen Ebenen fehlt ist Entspannung.
Entspannung fängt in unserem eigenen Körper an.
Ein entspannter Körper bringt einen entspannten Geist hervor. Ein entspannter Geist hilft unserem Körper nicht so leicht anzuspannen.
Tiefenentspannung ist eine Übung in Loslassen. Sie erlaubt dem Körper eine natürliche Balance zurückzugewinnen und heilt ihn dort, wo es nötig ist.
Wir legen uns auf den Rücken, werden uns einzelner Muskelgruppen gewahr und entspannen diese bewusst. Eine Person oder eine CD kann uns dabei anleiten.
Wir lösen unseren Geist von seinen üblichen Sorgen und Beschäftigungen und spüren die angenehme Auswirkung eines entspannten Körpers auf unseren Geist. Wir erkennen, wie Gefühle und Impulse in unserem Körper und Geist entstehen, aufsteigen und wieder verschwinden.
Die Fähigkeit, uns tief zu entspannen unterstützt uns im Arbeitsalltag enorm und ist ein wichtiges Hilfsmittel für unsere Meditationspraxis.
Was würde sich ändern, wenn wir mit einem entspannten Körper und Geist durch den Arbeitstag gehen könnten?

Tiefer Austausch
Möge ich mein Herz öffnen und lernen in Gemeinschaft Wesentliches zu teilen.



Tiefer Austausch im Geiste der Verbundenheit ist ein großes Geschenk.
In vielen Zusammenkünften sind die Fähigkeit und der Wille zum Verstehen nicht gegenwärtig. Solche Veranstaltungen können extrem oberflächlich, anstrengend und frustrierend sein.
Wir wünschen uns eine andere Form der Kommunikation und des Austausches.
Tiefer Austausch ist eine Zeit, in dem wir unsere Erfahrungen, Freuden, Schwierigkeiten und Fragen zur Praxis teilen können.
Indem wir dem Teilenden tief zuhören schaffen wir eine ruhige und aufnahmebereite Atmosphäre.
Indem wir unsere Schwierigkeiten und unser Glück auf dem Übungsweg teilen, tragen wir zum Erkenntnisprozess der gesamten Gruppe bei.
Wir teilen aus unserer eigenen Erfahrung und reden nicht über abstrakte Ideen oder theoretische Konzepte.
Wir erkennen, dass viele von uns mit den gleichen Schwierigkeiten und Bestrebungen ringen.
Sitzend, zuhörend und teilend, erkennen wir unsere tiefe und wahre Verbundenheit miteinander.
Dieser Qualitätsaustausch ist in professionellen Umfeldern häufig sehr rar.
Tiefer Austausch inspiriert und vergewissert uns, dass es auch anders geht.
Was würde sich ändern, wenn wir regelmäßig mit uns wichtigen Menschen und Kollegen zu einem Tiefen Austausch zusammenkommen?

Tiefes Zuhören
Möge ich zuhören ohne zu werten und meinen inneren Parallelvortrag beruhigen.



Wie hören wir zu?
Uns selbst und anderen?
Wenn wir zuhören, sind wir häufig mehr mit unseren inneren Kommentaren beschäftigt als mit den Worten und Intentionen der anderen Person.
Tiefes Zuhören heißt zuallererst, den eigenen, inneren Parallelvortrag liebevoll aber entschlossen wahrzunehmen und sanft zu stoppen.
Manchmal hilft es beide Hände (unauffällig) auf unseren Bauch zu legen, unseren Atem zu spüren und so unseren urteilenden, tagträumenden, herumwandernden Geist zu beruhigen. Indem wir zum Atem zurückkehren, wächst unsere Zuhörqualität.
Jeder Redner ist nur so gut wie seine Zuhörer. Ohne innere Offenheit kein Lernen.
Die Qualität unseres Zuhörens hat hohen Einfluss darauf, was unser Gegenüber sagt und was er nicht sagt.
Negatives und kritisierendes Denken lassen unsere Gesprächspartner verstummen und nähren Angst und Aggression.
Positives Denken und ein weiter Geist fördern unsere Verbundenheit und wir teilen Wesentlicheres.
Mit der Zeit erkennen wir immer klarer die Qualität unserer Kommunikation. Indem wir unser eigenes Zuhören vertiefen, finden wir mit der Zeit auch Gelegenheiten, tieferes Zuhören in unsere Arbeitsumfelder einzuführen.
Was würde sich ändern, wenn wir in unseren Meetings, am Telefon oder in Gesprächen tiefer zuhören würden?
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Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der Spenden benötigt, um seine langfristigen Ziele zu verfolgen. Spenden sind für uns "warmes Geld", im buddhistischen Sprachgebrauch häufig "Dana" genannt. Dana steht für absichtsloses, freies Geben zur Unterstützung heilsamer Zwecke. Dana ist liebevolle Güte und Wohlwollen und ermöglicht es, dass die Weisheitslehre des Buddha kraftvoll weiterfließen kann.