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NAW-Methoden der Geistesschulung

Im Netzwerk Achtsame Wirtschaft haben wir über die Jahre eine Reihe von Geistesschulungs- und Praxismethoden entwickelt und verfeinert, die unser Verständnis für uns selbst und wirtschaftliche Zusammenhänge vertiefen.

Arbeitsmeditation

Arbeitsmeditation – NAW Style

Wie arbeiten wir? Was sind unsere (un)heilsamen Arbeitgewohnheiten? Was treibt uns an?

Eine effektive Methode, um solchen Fragen auf den Grund zu gehen, ist die Arbeitsmeditation. Im NAW ist sie integrierter Teil von Retreats und nimmt dabei die verschiedensten Formen an und stärkt dabei unsere Selbsterkenntnis. Zen-Meister Hakuin sagt:


"Meditation in der Mitte der Aktivität ist der Meditation in der Stille
tausendfach überlegen".


Für die Arbeitsmeditation werden meist einfache Tätigkeiten gewählt (z.B. Gemüse schneiden, Fegen, Spülen ... ). Wir erhalten ausreichend Zeit, so dass wir unser gewohntes Arbeitstempo verlangsamen können. Die Verlangsamung hilft uns, klarer zu sehen, was wir gerade tun und erleben. Wir bleiben während der Arbeit in Kontakt mit unserem Atem und konzentrieren uns ganz auf die vor uns liegende Tätigkeit. 


Um immer wieder frisch zu werden, wird unsere Arbeit immer wieder durch Achtsamkeitsglocken unterbrochen. Dann praktizieren wir A-L-I. Atmen – Lächeln – Innehalten. Wird so geübt, stellt sich während der Arbeitsmeditation eine hohe Form der Achtsamkeit und Bewusstheit ein. 


Wir erkennen Muster, Urteile (über uns selbst und andere) und wenn es gut läuft, können wir über das, was wir in uns beobachten, von Herzen lachen. Der innere Kommentator produziert einen inneren Parallelvortrag zu unseren Aktivitäten, der uns im achtsamen Setting einer Arbeitsmeditation vielleicht zum ersten Mal voll bewusst wird und uns wertvolle Einsichten schenkt. Wir berühren die Wurzeln von Stress, Ruhelosigkeit, Ängsten, aber auch von Sinn, Entspannung und Verbundenheit.


Indem wir achtsame Arbeitsprinzipien wie Singletasking, wahre Pause oder Impulsdistanz in unsere Arbeit integrieren, entsteht eine tiefere Sammlung, die uns Möglichkeiten eines entspannteren und freudvolleren Umgangs mit Arbeit aufzeigt.

A–L–I

A–L–I

A-tmen L-ächeln I-nnehalten ist eine kraftvolle Mini-Meditation, die wir vor 15 Jahren im NAW entwickelt wurde und sich im deutschen Sprachraum weit verbreitet hat.

A-L-I ist eine Zauberformel für unseren Arbeitsalltag. Fühlen wir uns erschöpft, verdreht, müde, verspannt oder fangen unsere Gedanken an zu rasen, machen wir eine Mini-Pause.


A = Atmen

L = Lächeln

I = Innehalten


Drei Atemzüge reichen meist bereits aus, um uns neu zu zentrieren und innere Weite zu schaffen. A bringt Körper und Geist zusammen, L schenkt uns selbst liebevolle Zuwendung und befriedet den inneren Kritiker und Richter, I gibt uns einen Augenblick jenseits des Funktionierens, Erreichens und nährt das Gefühl innerlicher Freiheit in uns. Wenn wir die Hände auf unseren Bauch legen, können wir den Effekt der Sammlung und den Kontakt zum Atem vertiefen. Unser Lächeln entspannt unseren Körper und Geist. Das Innehalten kann durch das Schließen der Augen vertieft werden.


A-L-I hat eine unerwartete und steile Karriere hinter sich. 2008 im NAW entwickelt und regelmäßig eingesetzt, ist A-L-I  inzwischen eine der am weitest verbreiteten Mini-Meditationen im deutschsprachigen Raum und wird in Besprechungen, Meetings, im Zusammensein in verschiedensten Kontexten eingesetzt. Lehrerinnen, Forscher, Manager, Projektleiter, Unternehmerinnen nutzen diese Methode, um in eine soziale Situation Sammlung, Achtsamkeit, Klarheit und Wohlwollen einzuladen – und nicht zuletzt für sich selbst als individuelle Praxis des Innehaltens im Umgang mit Herausforderungen aller Art.

Metta Walk

Metta Walk

Mögen alle Wesen, die mir begegnen, glücklich sein!

Ein Metta Walk ist eine Meditation der liebevollen Güte im Gehen, in Bewegung. Wir wählen eine Strecke, die uns an belebten Orten vorbeiführt – ein Wohnviertel, eine Einkaufsstraße...  Wir beginnen mit einer Einstimmungsphase, in welcher wir unseren Atem mit unseren Schritten verbinden und beruhigen. Wir senden uns selbst gute Wünsche.  "Möge ich glücklich sein." "Möge ich gesund sein und bleiben." "Möge ich frei von Ärger und Sorgen sein." Für 5 bis 10 Minuten bleiben wir bei dieser wohlwollenden Praxis für uns selbst. 


Dann wenden wir unsere Aufmerksamkeit nach außen und senden die gleichen guten Wünsche an alle Menschen, Tiere, Wesen, die uns auf unserem Weg begegnen. Ohne große Gesten, sondern in Stille und von Herzen. Wir wünschen Gutes ohne Anschauen der Person. Junge, Alte, Obdachlose, Privilegierte...  Wir teilen absichtslos und von Herzen unser Wohlwollen. Wir können in diesem Geiste durch einen Supermarkt gehen oder ein Fußballspiel betrachten. "Mögen alle Wesen glücklich!" 


Diese radikal wohlwollende Sicht wird unsere Verbundenheitz mit allen Formen des Lebens stärken und unseren wertenden Geist beruhigen.     

Mindful Co-Contemplation

Mindful Co-Contemplation

Wir erhalten Materialien zur Selbstreflexion und haben Zeit und Raum diese in Ruhe zu kontemplieren.

Die Mindful Co-Contemplation ist eine kraftvolle Übung zur Selbstreflexion, in welcher wir von der kollektiven Energie einer praktizierenden Gemeinschaft unterstützt werden. Im Vorfeld werden Materialien ausgewählt und kopiert, welche zum entsprechenden Retreat-Thema passen. Dies können Meditationen, Geschichten, Kontemplationen, ethische Texte, Lückentexte, Sutren oder Charts sein, welche, das entsprechende Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Hinzu kommen Bücher, Artikel, Kunstwerke oder Gegenstände, Stifte, leere Blätter etc. 


Alle Materialien liegen zur freien Verfügung in der Mitte und an den Rändern des Meditationsraumes. Nach der Erläuterung der Praxis folgt eine meist einstündige Stillephase, in welcher jeder Teilnehmende frei ist zu lesen, zu schreiben, zu meditieren oder sich einfach nur in die kollektive Energie der Achtsamkeit und Reflexion zu entspannen. In der Mitte stehen Glocken, welche von jedem für ein kurzes Innehalten der gesamten Gruppe eingeladen werden können. Den Abschluss bildet ein häufig sehr berührender Austausch über das, was uns in der gemeinsamen Zeit berührt hat. 


Die Mindful Co-Contemplation ist ein wichtiger Bestandteil der meisten NAW-Retreats.

Mindful Coworking

Mindful Coworking

In wohlwollender Gemeinschaft und in gesammelter Stille an den eigenen Projekten arbeiten ist ein großes Glück.

Mindful Coworking ist eine Kerntätigkeit im NAW und wird von verschiedenen Circles angeboten. 


Mindful Coworking ist eine achtsame Arbeitsmethode, bei der Menschen gemeinsam in Präsenz arbeiten, indem sie – in bewusst gestalteten Zeitblöcken – konzentriert und in Stille an eigenen Aufgaben sind, achtsam Pausen einlegen und sich im Anschluss über Erfahrungen und Herausforderungen austauschen.


Die Methode verbindet Fokus, Präsenz und Gemeinschaft:

  • Wir beginnen mit einer kurzen Meditation und einem Check-In. 

  • Wir arbeiten gemeinsam, aber an individuellen Aufgaben, statt in klassischer Zusammenarbeit.

  • Pausen werden achtsam genutzt, statt nur „schnell noch etwas zu machen“.

  • Am Ende teilen wir Erlebtes, Stolpersteine, Erkenntnisse und Freude – frei von Bewertung und Ablenkung.

Mindful Coworking fördert Konzentration, innere Klarheit und Verbundenheit, reduziert Ablenkung, und schafft einen strukturierten, aber sanften Raum, in dem produktives Arbeiten und achtsame Haltung zusammenwachsen.

Mindful Open Space

Mindful Open Space

Wie können wir in einer großen Gruppe eine Reihe von relevanten Themen in kurzer Zeit und in befriedigender Tiefe besprechen, indem wir Meditationselemente einbauen?

In NAW-Retreats ist in der Regel eine mehrstündige Mindful Open Space Session integriert. 


Die in Organisationsentwicklungskreisen bekannte Methode "Open Space" wird dabei mit Praxiselementen wie Achtsamkeitsglocken, einführende Meditationen, wahre Pausen und Elementen Achtsamer Kommunikation bereichert. Ein längerer "Open Space" ermöglicht es uns in relativ kurzer Zeit eine Vielzahl von Themen berühren, die gerade im Raum sind und welche für die Teilnehmenden von Interesse sind. Wir stimmen mit unseren Füßen ab und entscheiden selber, wo wir jetzt gerade etwas lernen oder etwas beitragen können. Die Methode hilft uns unsere eigene Zeit und Energie selbstbestimmt einzusetzen.


Das Format trägt sich durch die Anliegen und Beiträge aller Beteiligten statt auf Konzepte klassischer Konferenzen wie Reden oder Workshops zu setzten. So wird die Selbstorganisation geschickt gefördert und genutzt um einen intensiven Austausch über die Themen, die jetzt gerade wichtig sind, zu ermöglichen. Indem wir in dieses wertvolle Format Methoden der Achtsamkeitsschulung und Meditation integrieren, schaffen wir eine besonders gesammelte und offene Atmosphäre, in der es uns leicht fällt, das Wesentliche

zu berühren und auszudrücken und mühelos voneinander zu lernen.


Open Space lebt vom Engagement aller Teilnehmer, nicht nur in den Sessions selbst, sondern auch als Initiator einer Session. 


Die Möglichkeiten achtsamer Intervention sind vielfältig und hängen maßgeblich von unserer eigenen Praxis, unserem Mut und unserer Entschlossenheit ab. In diesem Format können wir gemeinsam Eindrücke und Erfahrungen teilen, Fragen aufwerfen, neue Verbindungen knüpfen und gemeinsam neue Wege gehen.


Im NAW haben wir mehrere ganztägige Mindful Open Space Sessions im Themenfeld "Achtsamkeit in der Organisation" organisiert.

 

Tee-Zeremonie

Tee-Zeremonie – NAW Style

Am Ende unserer Retreats feiern wir unsere Gemeinschaft und teilen Wesentliches.

Die Tee-Zeremonie bringt uns als Gemeinschaft zusammen und schließt im NAW traditionell ein Retreat ab. Im liebevoll geschmückten Meditationsraum kommen wir zusammen und werden vom Vorbereitungsteam herzlich begrüßt. Das Zeremonielle steht dabei nicht im Vordergrund, sondern das Teilen von Freude, Achtsamkeit und wohlwollender Gemeinschaft. Und natürlich von Keksen, Tee und anderen Köstlichkeiten, die wir in Stille genießen. Die Teezeremonie schenkt uns einen würdigen Rahmen, in dem wir Inspirierendes, Bewegendes und Persönliches teilen können. Wir hören Gedichte, singen Lieder, teilen aus unserem Leben, aus unserer Freude und aus unserem Schmerz. 


Nach mehreren Tagen gemeinsamer Praxis ist eine Vertrautheit in der Gemeinschaft zu spüren, die uns tief berühren kann und viele TeilnehmerInnen überrascht. Wir begegnen uns als Menschen, unverstellt, in unserer Schönheit und auch in unserer Verletzlichkeit und Unvollkommenheit. Wir können so sein, wie wir sind. Diese Erfahrung ist heilend und verbindend.


Nach einer Phase des Teilens, finden wir den Abschluss, in dem jeder die Gelegenheit hat, das Retreat und seine Erfahrungen noch einmal Revue passieren zu lassen. Was nehme ich mit? Was habe ich über mich gelernt? Was war schwer? Wie möchte ich die Praxis im Alttag vertiefen und integrieren?


Zum Abschluss verbinden wir uns meist noch mit den vier Bodhisattvas Avalokiteśvara, Mañjuśrī, Kṣitigarbha und Samantabhadra, die für verschiedene geistige Qualitäten stehen, die ein jeder von uns in seinem Leben stärken und kultivieren kann.



Wahre Pause

Wahre Pause

Die meisten Pausen sind voll, voll, voll... Wir lernen absichtslos in freiwerdende Zeitfenster zu gehen und diese nicht sofort wieder zu füllen.

Die Wahre Pause ist die kleine Schwester des Muße-Tages. An einem Muße-Tag gibt es nichts zu tun und wir verabschieden uns für die entsprechende Zeit vom planenden Denken. Wir lassen es zu, dass sich der Tag entwickelt und folgen nicht direkt unseren Impulsen und Gewohnheiten. 


Die Pausen des Tages werden von vielen von uns nicht als wirklich erholsam erlebt. Die Unterbrechung des primären Arbeitsprozesses führt nicht dazu, eine geistige Verdauungspause einzulegen, sondern ruft diverse andere To-Do's auf den Plan. Pausen können unsere beschäftigsten Zeiten sein. Es gibt so viel zu tun. Private Mail checken, WhatsApps beantworten, einen Café trinken, kurz noch zwei Telefonate erledigen, Zeit Online checken...  


Wahre Pausen laden uns ein, all dies zu lassen und Impulsdistanz zu praktizieren. Es gibt nichts zu tun –  für 5, 10, 15, 30 Minuten... Wir sind die Könige und Königinnen dieser freien Zeit. Wir spüren, wie Gewohnheiten und Tatimpulse aufscheinen und wieder verblassen. So viele Busse fahren vor und fordern uns auf, einzusteigen. Wir lassen sie mit einem Lächeln weiterfahren und bleiben stehen. 


Wahre Pausen helfen uns enorm, auf dem Weg der Befreiung und Klarheit. Wir verlangsamen und genießen. Und wir kehren als freiere, aufgeräumtere, entspanntere und freudvollere Menschen an unseren Arbeitsplatz zurück. 

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